1. It’s the end of the ‘net as we know it  ~

    Die Tatsache, dass wir zur Zeit solchen Unternehmen [Google, Facebook] mit unseren Daten und der generellen Entwicklung des Netzes offenbar mehr vertrauen als der eigenen Regierung, ist allein der verwerflichen politischen Realität der letzten Jahre inklusive fadenscheiniger Netzsperren-Forderungen, Vorratsdatenspeicherung und undurchsichtigen Handelsabkommen anzukreiden.
    Diesen Artikel habe ich ja bereits besprochen. Aber auf den Aspekt des Vertrauens wollte ich noch antworten. Denn ich denke in diesem Vertrauen steckt mehr als die politische Realität im Bezug auf das Internet.
    Ich bin einem Land geboren, in dem politische Machtstrukturen die Leben vieler Menschen ruiniert haben. Und bin in ein Land gezogen, das für einen der größten Machtmissbräuche in der Weltgeschichte steht. Google und Konsorten geben einem nicht das Gefühl, dass sie einen in eine Gefängniszelle werfen können. Sie erwecken nicht den Eindruck, als wollten sie einen auflauern, als hätten sie tatsächlich Böses im Schilde. Ich glaube, deshalb hat man nicht so große Bedenken, was die eigenen Daten betrifft. Die allermeisten Internetunternehmen treten nicht als die bösen Kapitalisten auf, sie sind nicht Union Carbide oder BP.
    Erstmal sind Facebook und Google vollkommen nett zu ihren Benutzern. Es gibt keine Schichten, niemand wird ausgeschlossen. Sie sind fair, gewissermaßen sind sie sogar fair in den Schreckensszenarien: sie wissen nicht nur viel über mich, sondern über uns alle. Ich frage mich, wie sehr sich das in Zukunft verändern wird, denn auch in den Staaten, wo der Datenschutz ein wenig lockerer gesehen wird als hier, gibt es mittlerweile mehr Aufschrei gegen die „Datenkraken“. Das Internet ist immer noch ziemlich jung, vielleicht passiert es früher oder später, dass diese Verbindungen zwischen Geheimdiensten und Unternehmen klarer deutlich werden. Aber auch dann ist da die gesellschaftliche Frage inwieweit es akzeptiert wird, wenn es jedem klar ist. Wichtig ist nur, dass man diese Hysterie hinter sich lässt, die derzeit gegenüber allem herrscht.

    ~

  2. It’s the end of the ‘net as we know it  ~

    Der ganze Irrsinn ist vielleicht mit dem Netz, wie es ist, unlösbar. Vielleicht brauchen wir zwei Internetze.
    [..]
    Das eine Netz wäre das „geprüfte“, in dem sich das Kommerzielle und Offizielle trifft und das relativ harmlos, aber auf eine Art auch „sicher“ wäre[..]
    Und dann gäbe es noch noch das andere Netz, das im Grunde so wäre wie das, was wir jetzt kennen, aber noch viel, viel anarchistischer. Denn es gäbe keinerlei Regeln – aber auch so gut wie keine Rechte.

    Johnny erklärt, dass die Mehrheit ein sicheres Netz bevorzugen würde. Ich denke, das stimmt so, allein weil nur sehr wenige Menschen tatsächlich an den Strukturen des Internets interessiert sind. Apple – auch Johnny nimmt es neben Facebook und Google als Beispiel – wird in ihrem neuen Betriebssystem, Mountain Lion, nur noch Applikationen erlauben, die im eigenen App Store angemeldet wurden. Zwar kann man diese Einstellung ändern, doch geschieht es recht häufig, dass so etwas anfangs locker und mit der Zeit fest verankert wird. 1 Microsoft könnte einen ähnlichen Pfad wählen, einen eigenen Softwareladen haben sie auch.

    Google ist bereits jetzt für viele Menschen das Internet und Facebook scheint einen ähnlichen Stellenwert zu erreichen. Würde sie sich dazu entscheiden, bestimmte Links nicht mehr anzuzeigen, würden sie für viele Menschen auch nicht mehr existieren. Es gibt ja bereits Unternehmen, die die Sicherheit bestimmter Webseiten einstufen. 2 Wenn das eines Tages in zwei Netze 3 mündet, die tatsächlich von einander getrennt sind, vielleicht auch beim Provider, dann stellen sich einige Fragen. In erster Linie das Legitimation des unsicheren Webs. Wieso sollte es irgendjemand finanzieren wollen? Aber auch, ob die blutüberströmten Photos der Protestanten auf Twitter noch bei uns ankommen. Sind Seiten wie Wikileaks noch möglich? Kann ein Rassist seine tägliche Portion Unsinn noch konsumieren? Oder findet das alles im unsicheren Web statt?

    Johnnys Internet ist im Grunde die Option. Das Einkaufshaus mit Kinderspielplatz, und die Konzertsäle existieren genauso wie das Mileu mit Rotlichtviertel, seltsamen Gestalten und umwerfender Kunst. Die Möglichkeit sich in Sicherheit zu wähnen, aber gleichzeitig auch dieses große Angebot an Besonderheiten, Skurrilitäten und ja auch eher umstrittenem Material nicht zu verlieren. Es stößt an die verschiedenen Definitionen von Freiheit – Freiheit vor und Freiheit von.


    1. Es ist natürlich alles “hackbar”.
    2. Browser warnen ja schon im stechenden rot, wenn ein SSL-Zertifikat nicht von einer offiziellen Stelle verliehen wurde. Ich nehme an, viele Nutzer gehen “das Risiko” nicht ein.
    3. Mit dieser Theorie kann ich übrigens ziemlich viel anfangen, es ist sogar so, dass ich eine Geschichte schreibe, in der es mehrere Netze gibt und bestimmte Gruppierungen existieren, die sich nach der monotheistischen Idee an dieser Tatsache aufstoßen. Allerdings sind sie nur Nebenfiguren.

    ~

  3. Die Netzgemeinde  ~

    Eine letzte Mög­lich­keit schließ­lich läge darin, dass die Netz­ge­meinde gar keine klar abgrenz­bare Gruppe bil­det.
    [..]
    Und diese Kno­ten wie­derum sind viel­leicht beson­ders kom­mu­ni­ka­ti­ons­freu­dig, viel­leicht zieht es sie aber auch ins Inter­net, weil sie eben nicht so kom­mu­ni­ka­ti­ons­freu­dig wie Nicht-Netz-Knoten sind.

    Vielleicht gab es soetwas wie eine “Netzgemeinde” in den 90er Jahren. Mittlerweile ist dieses Netz jedoch so eng zusammengewachsen, dass wir niemals mehr von einer Gemeinde sprechen können. Das Internet ist riesig, nicht einmal der Vergleich mit einem Land wäre stimmig, eher ein Kontinent, wenn nicht gleich ein ganzer Planet. Es gibt so viele verschiedene Ecken mit so vielen unterschiedlichen Auswüchsen. Aus dem Boden sprießen Ideen, dichte Wälder voller Kreaturen, die uns häufig für immer verborgen bleiben. Natürlich gibt es ein paar konzentrierte Schauplätze wie Youtube oder Facebook, doch selbst dort sind so viele unterschiedliche Menschen zugegen, dass es schwierig wäre, eine Gruppe auszumachen. Das Internet ist mittlerweile ein Spiegel der Menschheit. Die Netzgemeinde sind alle oder niemand.

    Die Frage lautet für mich also eher: gibt es die Menschengemeinde? 1 Es ist ein wissenschaftliches Rätsel, das ich hier nur mit lauten Gedanken beantworten kann. Es ist verwunderlich, dass Kulturen an den unterschiedlichsten Orten ähnliche Erzeugnisse erschaffen haben. Es ist hochinteressant, wie sehr sich Religionen 2 ähneln, wie häufig Menschen auf ihre Fragen die die gleichen Antworten gefunden haben. Allein die Liebe ist ein Phänomen dieser Menschheit – gibt es eine Sprache, in der kein Wort dafür existiert?

    Das Internet ist nur ein weiterer Raum des Menschen. Zunehmend verschwindet auch diese Trennung von offline und online, Real Life und Virtual Life – letztlich ist die Digitalisierung der Menschheit eigentlich nichts weiter als die Vermenschlichung des Digitalen.


    1. Natürlich ignoriere ich jetzt sehr viele Menschen: Völker, die mit dieser Technologie noch nie Berührung gekommen sind, beispielsweise.
    2. Dazu sei das relative Ende dieses Interviews mit Reza Aslan empfohlen.

    ~

  4. Von wegen 37 Millionen ~

    In den letzten Tagen wurde bekannt, dass deutsche Geheimdienste weit über 37 Millionen Emails mitgelesen hätten. Die Emails wurden ausgewählt, weil sie bestimmte Schlagwörter wie Bombe enthielten. Tatsächlich ist diese Information widersprüchlich. Um diese Emails sinnvoll heraus zu filtern, muss jede einzelne Email gelesen werden. Nicht notwendigerweise von einem Agenten, aber doch von einem Computersystem.

    Im Bericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages gibt es zwar keine nähere Erläuterung der Methoden, aber ob es nur Stichproben waren oder tatsächlich jede E-Mail gelesen wurde, wäre letztlich kein großer Unterschied. Technisch stelle ich mir das allerdings als eine große Herausforderung vor, tatsächlich den ganzen deutschen E-Mailverkehr auf bestimmte Begriffe zu untersuchen. 1

    Rechtliche Vorgaben zu solchen Maßnahmen sind im Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses geregelt 2. Im §5 sind die Voraussetzungen für eine Anordnung gegeben, unter anderem die Gefahr eines “bewaffneten Angriffs” oder die “Begehung internationaler terroristischer Anschläge”. Der §10 regelt die Anordnung, unter Abs. 4 heißt es, dass das Gebiet, die Übertragungswege der Beschränkungen zu bezeichnen seien. Es dürfe außerdem nur 20% der “Übertragungskapazität” überwacht werden.

    Ich wüsste gerne mehr über die Methoden und ihre Anwendungsfälle. Auch im Interesse ist die Erfolgsquote dieser Art von Überwachung. Ich zweifle am Effekt – ich kann mir schwer vorstellen, dass ein Attentat per E-Mail geplant wird.

    Nachtrag: Malte Welding vergleicht es mit Schrödingers KatzeHadmut Danisch hat sich mit der technischen Seite des Themas befasst und versucht die tatsächliche Größe dieser Zahl einzuschätzen.

    37 Millionen E-Mails und andere Datenverbindungen hört sich nach schrecklich viel an, ist es aber nicht. Das entspricht von der Größenordnung her der Zahl der Internet-Nutzer in Deutschland, macht ungefähr eine Größenordnung von 1 E-Mail pro Benutzer und Jahr.

     


    1. Was ist überhaupt eine deutsche E-Mail?
    2. Danke für diesen Kommentar.

    ~

  5. Aliens willkommen: Ufo im Vorgarten  ~

    Ich kenne Menschen, die sich sicher sind, ein UFO 1 gesehen zu haben. Interessant an dem Mann in diesem Video ist, dass er nach einer Sichtung ein “Willkommencenter” baute. Er möchte nicht verraten, was es genau anstellt, auf jeden Fall möchte er Außerirdische darin einladen. Ich mag seinen Eifer und obwohl ich nicht an seine Idee glaube, würde ich ihm die Passion nicht nehmen wollen. Er ist natürlich die Vorlage für eine schöne Figur – ich könnte ihn mir gut in einer Geschichte oder einem Film vorstellen. Wenn er daran glaubt, dann ist es Wirklichkeit. Ich muss die Off-Sprecherin in diesem Video auch loben, sie klang keinesfalls so ironisch wie ich erwartet hatte. Eine objektivere Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen gibt es bei den Jupiter Files.


    1. Sie meinen damit außerirdische unbekannte Flugobjekte.

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  6. Gordon Ramsay

    Die kargen Sonnenstrahlen, die meine Gardinen zart streifen, ließen meine innere Unruhe mit verschiedenen Verzweiflungstaten kopulieren. So sah ich in Anbetracht meiner Auswahl eine Folge “Kitchen Nightmare“. Diese Sendung, entsprungen aus den Gedankenfabriken kluger Publikumsanalysten, verfolgt den Helden, Chefkoch Gordon Ramsay, bei seinem Versuch die Welt zu retten. Diese Welt ganz nach Platons Ideentheorie ist das Universum einiger Restaurantbesitzer: in dieser Folge ist es eine Familie, die ein amerikanisches Diner führt, das sich hauptsächlich der Disziplin der Burger-Zubereitung gewidmet hat. Die Probleme sind unterschiedlichen Quellen entsprungen – das Essen scheint den Gästen nicht sehr bekömmlich, aber auch das Klima unter den Arbeitenden ist nicht wirklich genießbar. In schnellen Schnitten und im Klang dramatischer Musik werden einige Streitszenen vorgeführt. Unkommentiert beobachte ich gemeinsam mit Ramsay wie Vater und Sohn sich gegenseitig auf die Füße treten und seine Mutter, also seine Frau, in Aggressionstänzen ihre eigene Stimme in diesem Tumult zu finden versucht. Ferner werde ich außerdem mit der bewegenden Hintergrundgeschichte des Restaurants vertraut gemacht: der Vater, der einst aus dem australischen Outback seinen Weg in die amerikanische Großstadt fand und über diese Reise ein Buch schrieb, das dem Versuch gleich kam, die Probleme mit seinem eigenen Vater zu überwinden, hatte Geld seines Sohnes ohne dessen Wissen in den Familienbetrieb investiert, was eben diesen letztlich dazu veranlasste unfreiwillig Teil des geschäftlichen Betriebs zu werden, einer der Gründe, wieso dessen Freundin auf Kriegsfuß mit seinen Eltern steht, die diese wiederum für eine ekelhafte Göre halten. So wird mir bewusst, dass dieses Unternehmen Hilfe in der Küche der Nahrung wie der Küche des Lebens von Nöten hat, um in der ökonomischen Auslese nicht vom darwinistischen Grundsatz “Survival of the Fittest” im Kreis des Lebens vom Gefressen werden betroffen sein zu werden, einer möglichen Zukunft die im ironischen Kontrast zur Küchenanalogie wenigstens ein leichtes Kichern in mir hervorrufen kann. Ob Gorden Ramsay aus dieser salzigen Suppe doch noch ein köstliches Mahl zubereiten kann, beschäftigt mich mit großer Neugier. Zu Anfang zweifle ich daran, da auch er den Familientopf mit weiteren negativen Zutaten füllt. So lässt er sich die Burger des Hauses servieren und kritisiert mit einer sehr undeutlichen Feinjustierung an Schimpfwörtern die Rezeptur und den Geschmack. Dank der amerikanischen Vorgaben dieser Sendung wurde ich von einigen dieser Tiraden verschont: ein lautes Pfeifen in Kombination mit einer visuellen Unschärfe im Mundbereich der fluchenden Person lässt mich über die verwendeten Begriffe rätseln. Die Personen vor Ort konnten sich an dieser Maßnahme nicht erfreuen, all die negativen Worte mussten sie mit der Härte einer Kokosnuss getroffen haben. Eine Schweigeminute im Namen aller Verletzten halte ich auf der Toilette ab. Danach sehe ich Ramsay dabei zu, wie er sich jede Hauptfigur dieser Folge in einem Dialog vornimmt. Nun hat sich der große britische Chefkoch ein Bild der Situation gemacht und setzt zur Offensive an. An einem runden Tisch erzwingt er Ehrlichkeit aus all den Mündern. Tränen fließen und Ramsay teilt aus, doch die verbalen Attacken sind ihm zu Gute zu halten, denn die Rolle des Psychotherapeuten spielt er unabdingbar und mit ehrlichem Eifer – tatsächlich möchte er der Familie helfen und das kleine Restaurant in ein Burger-Imperium verwandeln. Ergriffen von Emotionen frage ich mich, wieso Ramsay so viel an diesen Menschen liegt. Natürlich kann auch ich meine Sympathien mit dem geschundenen Sohn und seiner Freundin nicht verschweigen (die attraktive Kellnerin sei an dieser Stelle auch erwähnt), doch ihm scheint mehr daran zu liegen. In einer näheren Betrachtung seiner Person vermute ich den Grund erkannt zu haben: der Erfolg der anderen ist seine neue Herausforderung. Als Genie der internationalen Küchenszene kann er sich kaum anders behaupten als den Versagern eben dieser auf die Sprünge zu helfen, andernfalls müsste auch er sein Ohr mit dem Fleischmesser von seinem Kopf trennen. Mit einer gewissen Achtung betrachte ich die Figur Ramsay nun weiter: der Held der Serie schafft es doch tatsächlich an seiner eigenen Größe nicht zu verzweifeln, im fluchenden Charakter steckt mehr als nur das Ego eines großen Mannes, die Therapie der anderen ist seine Selbsttherapie, je größer sein Problem, desto mehr Endorphine sprudeln durch seinen Körper, Ramsay rettet nicht etwa die Burger-Familie, er rettet sich selbst. Gewappnet mit der Erkenntnis seines altruistischen Egoismus zittere ich aufgeregt, als das Restaurant mit neuen Möbeln die ersten Gäste erwartet. Kann das neue Menü überzeugen? Wird die Familie ihren neuen Frieden genießen oder droht der nächste heilige Krieg? Diese und weitere Fragen zersetzen mein Gemüt, doch mit schriller Musik werde ich empfangen und sehe in die lächelnden Gesichter: Vater, Mutter, Sohn, Freundin und selbst die attraktive junge Kellnerin strahlen vor Freude. Ramsay hat es geschafft. Karg lächelnd muss er gerade eine große Befriedigung gespürt haben. Er schüttelt Hände und wünscht Glück für die Zukunft. Dann verschwindet er aus dem Restaurant und lässt alle alleine. Tränenüberströmt versuche ich nach Taschentüchern zu greifen und erwische mich dabei, Ramsays Namen leise in die winterliche Heizungsluft zu hauchen. Auch mich, so wird mir klar, hat er heute gerettet.

    (Die Küchenbegriffe sind bloße Absicht und Ramsay sah auf dem Papier lebensechter aus.)


    ~

  7. Neu eingekleidet

    Guten Tag,

    ich habe also nun ein neues Design hier eingestellt. Das alte war schon damals nur eine kurzweilige Notlösung. Das neue soll nun aber mit mir durch dick und dünn gehen. Ein paar Kleinigkeiten werde ich noch ändern. (Abstände scheinen noch nicht wunderbar auszusehen. Möglicherweise wird es auch noch ein wenig mehr Farbe geben.)

    Die Schriftart heißt “Gill Sans”, noch wird sie nur all jenen angezeigt, die die Schrift auf dem Computer haben. Wenn ich mich zwischen Typekit und den Google Fonts entschieden habe, wird dieser Umstand ein Relikt der Vergangenheit sein. Ich finde ihn hauptsächlich schön und benutze ihn oft, wenn ich etwas abtippe und ausdrucke. Auf einer hauptsächlichen weißen Seite kann es ein wenig davon imitieren.

    Entfernt habe ich diese ganzen Buttons (Like, Tweet, usw.), weil sie einerseits kaum verwendet wurden und optisch jeweils völlig andere Wege gehen. Wer mich unterstützen möchte, findet rechts den Flattr-Icon. 1 Daneben sind außerdem Links zu Twitter, GooglePlus und Quote.fm zu finden.

    Das geht auch ein wenig mit der Frage dieses Blogs einher. Was möchte es sein? Ich glaube, diese Frage kann ich gar nicht so recht beantworten. Ich schreibe immer noch für das Netzfeuilleton und möchte außerdem ein paar arbeitsspezifische Sachen auf eine andere Seite auslagern. Wahrscheinlich bleibt hier entweder der Rest stehen oder alles zusammen. Es wird sich zeigen.

    Bis hierhin. :)


    1. Ich glaube, dass Flattr ohnehin nur von wenigen Benutzern verwendet wird und insofern werden die spendefreudigen das Logo wieder erkennen. Der Rest steht vor der früheren Situation: bei Neugier wird geklickt, andernfalls nicht.

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  8. Guttenberg mit Torte beworfen

    Wieder im Zentrum eines Urheberrechtsskandals: Guttenberg.

    Wieder im Zentrum eines Urheberrechtsskandals: Guttenberg.

    Berlin. Bei einem Treffen mit dem Internet-Aktivisten Stephan Urbach wurde der ehemalige CSU-Mann und aktuelle EU-Berater für Internetsicherheit Karl-Theodor zu Guttenberg mit einer Torte beworfen. Gerüchten zu Folge handelte es sich bei dem Sahnekuchen um ein Produkt der Marke Dr. Oetker. Stammen soll es aus einer Rewe-Filiale im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Für die Kosten hatten sich mittels “sozialer Netzwerke” wie Twitter, Facebook und Xing schnell Spender gefunden. Einer der Großzügigen, Twitter-Benutzer pirat11elf, erklärte, dass er damit eine gute Sache unterstützen wolle. Andere waren nicht so zuvorkommend, Geschäftsführerin der “Piratenpartei” Marina Weisband spendete beispielsweise kein Geld. Der Bild-Zeitung zu Folge wollte sie nicht das Image des reichen Juden stärken – dem Boulevardblatt seien zahlreiche antisemitische Hass-Botschaften an die junge Politikerin zugespielt worden. Zu der Aktion hatte die Parteispitze bisher noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben, die interne Diskussion ist allerdings öffentlich auf einer Onlineplattform einsehbar. In diesem als “Wiki” bezeichneten Diskussionsportal tauchte in der Nacht zum vierten Februar auch ein Link zu dem vermeintlichen Tortenrezept auf. Der sogenannte “Leak” wird der Gruppe “Anonymous” zugeschrieben. Einige Internetnutzer wollen in dem Dokument nun starke Ähnlichkeiten mit dem Rezept einer ungarischen Traditionskonditorei erkannt haben. Die GVU (Gesellschaft für Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) hat deshalb sofortige Ermittlungen wegen möglicher Urheberrechtsverletzung eingeleitet. Guttenberg selbst nahm die Sache locker: “Dr. Oetker ist schon lange tot, er hat also nichts mehr zu verlieren”. Tatsächlich wurden Doktor-Titel bisher nur sehr selten postum entzogen.


    ~

  9. September

    Lane (Mia Farrow) verbirgt ihre Schönheit hinter einer Brille mit riesigen Gläsern und hat gewellte blonde Haare. Da ist ihre Freundin (Diane Wiest) für ein paar Wochen zu Besuch, ihr gutmütiger Nachbar sitzt auch auf dem Sofa, und dieser Schriftstellertyp (Sam Waterston), der für ein paar Wochen in der Nähe ist und in den sie fürchterlich verliebt ist. An diesem einen Tag kommen dann auch ihre Mutter (Elaine Stritch) und ihr Ehemann unangekündigt zu Besuch und mit dem plötzlichen Gewitter verschwindet nur noch der Strom. Dieser Film lebt in einer Atmosphäre des Kerzenlichts in einem dieser schönen amerikanischen Häuser, weißes Holz und große Räume, die doch auf eine Weise winzig sind.

    Natürlich möchte Lane hinaus und natürlich liebt dieser Kerl ihre Freundin und der Nachbar möchte sie und ihre Mutter möchte plötzlich in dem Haus wohnen und sie will es doch verkaufen und das ganze Chaos bahnt sich an, in einer Nacht führen die ganzen Stränge zum Ausbruch der ganzen Wahrheiten, die alle so offensichtlich sind wie trügerisch.

    Die Geschichte spielt also kaum vierundzwanzig Stunden, verlässt auch das Haus nicht einmal hinaus zum Garten und kann doch so viel Land erkunden und die jahrelange Geschichten jedes Charakters erzählen. Irgendwie ist die Szenerie vollkommen ironisch und klischeehaft ja sowieso, aber eben so melodramatisch und gefüllt mit diesen schönen alten Bildern der achtziger Jahre, frei von allem digitalen. Ja, die Schallplatten drehen sich zum Klang (wozu auch sonst) und in diesem Haus, bewohnt von dieser Frau, die in ihren Dreißigern Angst hat die Zukunft vollkommen verpasst zu haben und nach New York ziehen will. New York, diese große Stadt und vielleicht liebe ich an diesen Filmen von Allen, dass sie träumerisch und realistisch zu gleich sind. Ja die Extremen irgendwie immer zusammen werfen, als seien sie das Fundament eines guten Rezepts.

    Kurz vor dem Ende weint sie im Bad und ihre Freundin (alle sind so gute Schauspieler), auf die sie neidisch und so wütend ist, nimmt ihr die Schlaftabletten weg. “If you really would’ve wanted to die you would have done it years ago”, sagt sie (so ähnlich) und Lane antwortet diese Zeile, die das Dilemma des einsamen Träumers gar nicht besser beschreiben könnte: “It’s my problem .. I always wanted to live.” Ein paar Augenblicke später verlassen alle das Haus und die Kamera selbst zieht sich zurück mit einem Blick auf die weiße Holzwand.


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  10. Megaupload

    I’m not sorry for Megaupload. This company earned all of its profits by selling access to content it didn’t own. Copyright laws may be fragile and they are absolutely in need of reforms but politics only work with compromises, cooperation and patience. YouTube shows how it can be done. Megaupload has never reached out to media organizations. Shutting down the website is no attack against the freedom of the internet. It’s simply an action to prevent people from making profit of other people’s work.


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