
Der bekannte Blogger K. hatte gerade über die Zukunft des Journalismus geschrieben, als Gott der Menschheit aus heiterem Himmel den Weltfrieden anbot. Allerdings verlangte der Allmächtige dafür das Internet. Als K. davon auf Spiegel Online las, wusste er, dass er schnell handeln musste. Er drohte auf seinem Blog also damit, ein großes Massaker anzurichten, wenn jemand auf die Idee käme, das Internet zu opfern. In seiner Wut googelte er nach dem nächsten Waffenladen in Berlin Mitte. Doch da war es schon zu spät – die Seite konnte nicht mehr aufgerufen werden. Wortlos band er sich das Stromkabel seines Macbooks um den Hals und erhängte sich damit. Möge er in Frieden ruhen.




8 Kommentar
Kurze Gedanken zu… Weltfrieden | netzfeuilleton.de ~ 15. August 2011, 17:01
[...] ist Teil meiner sehr unregelmäßigen Serie Kurze Gedanken • Auch bei Antiperson. PLISTA.items.push({"objectid":3261,"title":"Kurze Gedanken zuu2026 [...]
ulysses ~ 15. August 2011, 17:22
da bleiben mir zu viele fragen offen.. was will gott eigentlich mit dem internet, ist der nicht eh schon überall und sieht alles und so? oder fürchtet er etwa die konkurenz? ich will mich ja nicht in interpretatorische untiefen stürzen, aber ein gott der weltfrieden gegen das internet tauscht hat vermutlich weder die strukturelle emotionale beschaffenheit seiner schöpfung verstanden, noch auch nur die grundzüge des baisse-handels kapiert. und wie sieht son weltfrieden eigentlich aus, vermutlich wie damals zu noahs zeiten, wa?! jaja, ewiger frieden, ich kenn doch meine pappenheimer und ihre kollateralsprache. also k. hätte sich seinen unbürokratischen termin beim tauschguru per mac-kabel auch sparen können, mit so jemanden macht man seit der krise keine geschäfte mehr..
Pëll ~ 15. August 2011, 17:43
Gib mir etwas Zeit, um auf Deine Fragen Antworten zu finden.
ulysses ~ 15. August 2011, 17:48
oh verzeihung, du missverstehst mich.. ich frage grundsätzlich immer nur rhetorisch.. wenn überhaupt auch eher mich als jeden anderen.. antworten könnte ich vermutlich auch garnicht ertragen.. bitte erspar dir die mühe..
Pëll ~ 15. August 2011, 18:09
Das ist schade, weil ich mir wirklich schon so manche Gedanken dazu gemacht habe. Jetzt all das aufgeben zu sollen – schwierig.
ulysses ~ 15. August 2011, 19:29
dir bleibt natürlich immer noch die, heutzutage nur noch wenig genutzte, möglichkeit diese fragen nur für dich und ganz im stillen zu beantworten.. ich persönlich mag fragen ohnehin lieber als antworten, denn auch in bezugnahme auf einen früheren blogeintrag deinerseits hat eine unbeanwortete frage natürlich das potenzial zur ewigkeit, eine frage ist quasi immer fertig, eine antwort eigentlich immer nur der kurzlebige, klägliche versuch des menschlichen geistes eine halbwegs akzeptable konsistenz in seinem weltbild zu erzeugen und das wunderbare chaos dieses kosmos kurzfristig seiner logik zu unterwerfen.. eine unbeantwortete frage ist, wen mir der erneute pathos verziehen sei, ein vortreffliches bild für die gesamte existenz, selbst wenn sie sich inhaltlich in keinster weise mit diesen “grossen” fragen messen will..
Pëll ~ 15. August 2011, 20:32
Dein erster Satz ist für die Ewigkeit. Gelöst von seinem Urheber und seiner Zeit ist die Frage vielleicht sogar selbst oft eine Formel wie all die “großen” Sätze. Oft führen Antworten ja auch nur zu neuen Fragen.
ulysses ~ 15. August 2011, 21:01
vielleicht war auch der urknall nur eine frage und die antwort steht noch aus, falls es denn eine gibt die nicht nur in einen neuen urknall mündet.. wenn man mal vom naiven philosophieren auf grundlage der chaostheorie abrückt, was mir doch mit zunehmndem alter immer schwerer fällt, muss ich sagen, das mir antworten einfach nie die befriedigung verschaffen wie fragen, fragen die man wälzt und durch die synapsen jagt, aber deren beharrliche verweigerung einer zufriedenstellenden antwort mir eine gewisse innere ruhe schenkt und mich mit dem wahnsinn des bewussten lebens versöhnt.. denn mit der erkenntnis der endlichkeit erhält jeder antwort den faden beigeschmack des verfalls.. ich, in all meiner biologischen komplexität, bin auch nur eine weitere, in blaue hingerotzte antwort auf die frage des universums nach dem sinn seiner existenz..
Was meinst Du?